25.07.2019

Lärmschutz für das Fahrbachtal

Großer „Auftritt“ am 19. Juli unter der Fahrbachtalbrücke: Gut 40 Bürger/innen wollten mehr über die Lärmschutzwand erfahren, die derzeit nach 10 Jahren Einsatz realisiert wird: Siehe die blauen Pfosten, zwischen denen die Wand mit den Fotovoltaikelementen angebracht wird.

Rund 40 Bürger waren gekommen, die meisten aus Damm und dem Fahrbachtal, nur wenige aus Strietwald. Dennoch profitieren auch die Strietwälder von der Lärmschutzwand, die derzeit an der A 3 entsteht. Uwe Flaton, SPD-Vorsitzender in Damm, erinnerte daran, wie kurz nach der Eröffnung der Autobahn auf dem Dämmer Dämmerschoppen ein Bürger zu ihm gekommen sei und gesagt habe, die Autobahn mache so viel Krach. Dies habe sich die SPD Damm dann angeschaut und gesagt, da müsse etwas geschehen.

Bis etwas geschehen ist, habe es sehr lange gedauert, sagte Walter Roth. Aber die Bürger hätten nicht locker gelassen. Besonders ein Name wurde in diesem Zusammenhang genannt: Gerhard Rohe. Roth: »Er hat uns genervt, er hat uns mit Nachfragen gelöchert.« Aber das sei ja gerade das, wofür die Politiker da seien.

Lange Zeit verstrichen

An die Zeit, die bis zum Baubeginn verstrichen ist, erinnerte auch Oberbürgermeister Klaus Herzog. Nachdem 2006 die Autobahn eröffnet wurde, hätten die Dämmer und Strietwälder festgestellt: »Das ist sehr laut hier.« Darauf habe man in der Stadtverwaltung überlegt, was man machen könne, um die 900 Meter lange Lücke in der Lärmschutzwand zu schließen. Dies mit einer Klage zu erreichen, würde zu lange dauern, sei er gewarnt worden.

Also wollte man eine Lärmschutzwand bauen, die sich über Fotovoltaik selber finanziert. Eine Million Euro waren ursprünglich vorgesehen. Doch es verstrich Jahr für Jahr. Viele andere Interessenten für ein derartiges Pilotprojekt aus ganz Deutschland seien abgesprungen. »Aber wir haben nicht resigniert«, so Herzog.

Dann, vor vier Jahren habe man mit Unterstützung der Bundestagsabgeordneten erreichen können, dass die Mauer gebaut wird. Inzwischen kostet sie allerdings 3,5 Millionen Euro, von denen die Stadt über 500 000 Euro selber übernimmt.

Dieter Gerlach, Leiter der Aschaffenburger Stadtwerke, erklärte, dass nicht die Fotovoltaik dabei das Teure sei. Eine normale Lärmschutzwand würde das gleiche kosten. Da seien diese 525 000 Euro, die sie dazu gibt, für die Stadt ein Schnäppchen.

Als einziges Projekt übrig

Früh sei klar gewesen, dass sich eine Lärmschutzwand nicht über daran montierte Fotovoltaikalemente finanzieren lasse, sagte Gerlach. Daher sei auch nur das Projekt in Aschaffenburg übrig geblieben. Zum einen, weil die Firma Hörnig und die Stadtwerke angeboten haben, die Wand für 20 Jahre zu unterhalten und zu betreiben, und zum anderen, weil die Stadt sich finanziell beteiligt hat, um das Projekt zu ermöglichen.

Der größte Teil wird jedoch vom Bund als Pilotprojekt finanziert. Denn die Fotovoltaikelemente würden nicht, wie ursprünglich geplant, einfach an die Wand gehängt, sondern in die Wand integriert, seien also selber das lärmabsorbierende Element. »Das ist technisches Neuland«, so Gerlach.

Von den Bürgern gab es viel Lob, aber auch kritische Fragen. Etwa, was bei einem Unfall passiere, oder ob Lärm in das Fahrbachtal zurückgestrahlt werde.

Lärmabsorbierendes Material

Gerlach antwortete darauf, bei einem Unfall schalte sich die Fotovoltaikanlage automatisch ab. Zudem seien die Lärmschutzelemente innen zur Autobahntrasse hin aus einem lärmabsorbierenden Material. Ein Bürger fragte, was man machen könne, wenn es doch lauter werde. »Wird es zu 99,9 Prozent nicht«, versicherte Gerlach. Dies sei von verschiedenen Gutachtern geprüft und berechnet worden.

OB Herzog hatte noch eine gute Nachricht für die Fahrbachtaler. Der lange gewünschte Gehweg zur Steinbacher Straße werde jetzt in Angriff genommen, habe der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

 

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